Willkommen in Breitensee in Niederösterreich!

Auf dieser Seite finden Sie, was in und um Breitensee geschieht und sich in Bildern festhalten läßt.

 

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DAS WERDEN DER PFARRE BREITENSEE
Unter Einbeziehung der Geschichte unserer Marchfeldheimat

Festschrift anläßlich der 200 Jahrfeier im Jahr 1984

Von Franz GARHÖFER 1984

Allgemeines:

Um seine Heimat verstehen und sie wahrhaft auch lieben zu können, ist das Wissen um ihre Geschichte Voraussetzung.
Es ist ja nicht von ungefähr, dass gerade wir hier leben und arbeiten, dass wir deutsch sprechen, und dass wir in einem ausgeprägten christlich-katholischen Lebenskreis eingebettet sind.
Das sind Fakten, die sich aus ungezählten Ereignissen, Begebenheiten und oft schweren Schicksalen – auch persönlicher Art – ergeben haben, deren Entwicklung weiter geht. Wohin und wie – wer weiß es?

Die Kenntnis der Vergangenheit kann uns dazu befähigen, Verhalten und Tätigkeit der
Vorfahren mit Verständnis und Herz nachzuempfinden und im Entscheidungsfälle sinnvoll zu handeln.
Unser Dorf war bis 1800, besser gesagt bis zur Errichtung der Eisenbahn Gänserndorf-Marchegg 1847 und Wien (Stadlau) – Marchegg 1870 ein reines Bauerndorf, das bestenfalls zusätzlich die erforderlichen Handwerker hatte. Heute sind es nur mehr wenige Familien (15), die hauptberuflich Bauern sind. Trotzdem verfolgen wir alle auch jetzt noch Arbeit und Erfolg dieser Berufsgruppe mit Aufmerksamkeit und leiden mit ihr bei Misserfolgen. Sie schafft „unser tägliches Brot“, sie kann das umso besser, je weniger sie von wirtschaftlichen Sorgen geplagt ist.

Unsere Ackererde

In diesem Zusammenhang ist es interessant zu hören, wie unsere Marchfelderde – im besonderen auch Breitenseer Erde - geworden ist.
Einfach dargestellt folgendermaßen:
Alpen – an schönen Tagen sehen wir von ihnen den Schneeberg – und Karpaten – das ist die Gebirgskette jenseits der March – bildeten vor urdenklichen Zeiten ein zusammenhängendes Gebirge.

Vor etwa 60 Millionen Jahren begann sich dieses Gebirge in dem Teil, wo jetzt Marchfeld und Weinland sind, zu senken (Wiener Becken).

Die Große Ungarische Tiefebene war damals ein Meer. Als die Senkung die entsprechende Tiefe erreicht hatte, überschwemmte dieses Meer auch unser Gebiet. Nach etwa 30 Millionen Jahren hörte die Senkung auf. Sie war auch mit einem „Zerbrechen“ des Gebirges verbunden.

Die mächtige Donau mündete in dieses Meer - damals etwa in der Gegend des heutigen Mistelbach. Infolge ihrer Ablagerungen war sie die Hauptursache, dass das Meer verlandete. (1a)

Dem Meer verdanken wir das Öl und das Erdgas. Planktonartige Kleinlebewesen sanken, nachdem sie abgestorben waren, zu Boden – milliardenfach – und bildeten dort hohe Schichten, man nennt sie Faulschlammschichten. Diese entwickelten sich durch Druck, erhöhte Temperaturen und bakteriologische Einwirkungen zu Öl und zu Erdgas.
Die Donau brachte den Ackerboden:
Schotter - Sand - Lehm.

Es gibt bei uns keinen Platz, wo nicht einmal die Donau geflossen wäre.
Auch über unseren „Berg“ rann sie dahin, und die Abhänge des „Berges“ von der Bahn bis Breitensee, dann nach Osten weiter bis Schlosshof, sind nichts anderes als Wagrame (Wogenränder) der Donau.

Unser See aber, von dem wir den Ortsnamen haben – ebenso wie Lassee (Lauchsee) und Haringsee (Horwengse = schmutziger See) – ist der Rest eines alten Donau-Wasser-Laufes.

Die Besiedelung

  • Die urgeschichtliche Zeit – bis Chr. Geb.

Die älteste bekannte Siedlung in unserem Raume ist Stillfried. Ausgrabungsergebnisse zeigen, dass dort schon vor 30.000 Jahren eine altsteinzeitliche Jägersiedlung bestand.

Aus der Zeit von 1800 bis 800 vor Christi (Jungsteinzeit) gibt es Funde in größerer Zahl. Vor allem sind das die Orte Blumenthal, Dürnkrut und Zwerndorf, wo sich Siedlungen nachweisen lassen.

Auch in Breitensee wurden beim Pflügen auf Seegrundstücken steinzeitliche Relikte gefunden. (Der Schreiber der Zeilen besaß selbst 2 Steinzeitbeile. Sie sind 1945 abhanden gekommen.)

Funde aus unserem gesamten Raum von Hohenau bis Stopfenreuth und Orth dokumentieren, dass unsere Heimat in der anschließenden Bronze- und der nachfolgenden Eisenzeit weiterhin besiedelt war.

Besonders zu nennen wären hier die Orte Oberweiden, Stripfing und Untersiebenbrunn.

Um Christi Geburt waren es die Kelten, die hier siedelten. Dieses Volk – auch Gallier, Galater oder Galli genannt – reichte in seiner größten Ausdehnung von Kleinasien (heute Türkei) quer durch Europa bis England (Wales).

Die Kelten waren auch in kultureller Hinsicht von Bedeutung. Apostel Paulus würdigte sie in seinem „Brief an die Galater“.

Die Besiedlung von damals muss man sich sehr dünn vorstellen. Wir kennen Reste einer keltischen Anlage auf dem Braunsberg bei Hainburg, zudem wurde in Untersiebenbrunn eine keltische Münze mit der Aufschrift „Cobrovamarus“ gefunden. (1d)

Der Name der March stammt zum Teil aus dieser Zeit:
„mar“ ist keltisch und heißt Sumpfwasser
„ahawa“ stammt aus der nachfolgenden germanischen Zeit und heißt Fluss. Dieses Wort hat
sich in unserer Flussbezeichnung „Aache“ bis heute erhalten. Wörtlich heißt „March“ also
„Sumpffluss“. (1d)

  • Die frühgeschichtliche Zeit - von Chr. Geb. bis 1000

Aus Böhmen und Mähren kommen die Markomannen und mit ihnen die stammverwandten Quaden. Es sind das germanische Volksstämme, wovon letzere beiderseits der March siedelten.
Bald haben die Germanen im Süden auch die Donau erreicht und sind jetzt auf der Jahrhunderte hinaus die unangenehmen Nachbarn der Römer, die zu dieser Zeit, von der anderen Seite kommend, ihre Donaugrenze einrichteten.

In der kommenden Zeit gibt es wiederholt kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Römern und den Germanen, und das Marchfeld wird zum erstenmal Schlachtfeld.
Ob es in Breitensee damals eine Siedlung gegeben hat, lässt sich nicht feststellen. Konkrete Funde gibt es aus Baumgarten, Marchegg und aus Stopfenreuth.

Möglich wäre eine Siedlung allerdings hier gewesen. Der hochgelegene Hang vor Hochwasser, das Land mit dem See bot gute Möglichkeiten für Jagd und Fischerei.
Zudem lag der Flecken hier an der sogenannten Bernstraße. Diese war eine wichtige Nordsüdverbindung und diente hauptsächlich als Handelsweg. Von Stopfenreuth (Überfuhr!) kommend führte sie über Niederweiden, Groissenbrunn, Breitensee, Oberweiden, Angern und weiter nach Norden bis an die Ostsee.

Um 400 zogen die Quaden gemeinsam mit den durchziehenden Wandalen nach Westen ab. Sie waren schon vorher unter ihrer Königin Frigitil zum katholischen Glauben übergetreten.

Durch die aus Asien vorstoßenden Hunnen (375) setzten sich wesentliche Teile der ostgermanischen Staaten – vom Kaukasus bis zur Krim beginnend - nach Westen hin in Bewegung.

Wir nennen diesen Zeitabschnitt die Zeit der Völkerwanderung.
Unser Marchfeld wird Durchzugsland und Aufenthaltsraum verschiedener germanischer Völker. Es sind das die Heruler, die Goten Rugier und zuletzt die Langobarden.

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Wolfgang Garhöfer
2294 Breitensee 51
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